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Design to Cost

Design to Cost ist ein Verfahren zur Entwicklung von kostengünstigen Produkten (Definition).

Die Kosten von Produkten werden im Wesentlichen bereits in der Konzeptphase festgelegt. Die Beeinflussung der Produktkosten nimmt mit zunehmendem Entwicklungsfortschritt ab. Der Aufwand für Änderungen am Produkt nimmt mit dem Entwicklungsstand überproportional zu. Änderungen nach dem Produktionsanlauf verursachen in der Regel einen überproportional hohen Änderungsaufwand.

Design to Cost trägt diesem Zusammenhang Rechnung und setzt deshalb bereits in der Konzeptphase ein. Produkte systematisch kostengünstig zu entwickeln heißt aber auch ganzheitlich vorgehen und verstehen, welche Entscheidung in der Konzeptphase, welche späteren Kosten in der Wertschöpfungskette verursachen.

 

Design to Cost – Ganzheitliche Vorgehensweise

Design to Cost beginnt mit dem systematischen Erfassen der Kundenanforderungen für ein neues Produkt oder eine Produktreihe, geht über die systematische Bewertung unterschiedlicher Lösungsansätze und endet mit der Produktentwicklung. Die wesentlichen Schritte des Design to Cost sind nachfolgend aufgelistet:

  • Auflistung aller relevanten Anforderungen aus Kundensicht
  • Zusammenstellung der Anforderungen aus Unternehmenssicht
    (Produktion, Service, Qualitätssicherung)
  • Analyse und Durchsprache der Anforderungen
    (Anforderungen verstehen und verbindlich vereinbaren)
  • Erarbeitung von Ideen für optimierte Produktlösungen
    (Einsatz von Kreativitätwerkzeugen, z. B. TRIZ)
  • Systematische Bewertung der Lösungsvorschläge
    (Berücksichtigung von Produktvarianten)
  • Auswahl von Lösungskonzepten
  • Verfeinerung der Lösungskonzepte
  • Erarbeitung des Produktkonzeptes
  • Bewertung des Produktkonzeptes
  • Entscheidung über das Produktkonzept
  • Entwicklung und Umsetzung der Konzepte
  • Zielparameter kontinuierlich verfolgen
  • Umsetzung überwachen und steuern

Die oben genannte Vorgehensweise zum Design to Cost scheint auf den ersten Blick möglicherweise etwas umständlich zu sein. Sie basiert allerdings auf den Erfahrungen einer Vielzahl von Entwicklungsprojekten, in denen sich dieses Vorgehen als sehr erfolgreich herausgestellt hat. Schließlich geht es darum, neue optimierte und gut durchdachte Konzepte zur realisieren. Dazu nachfolgend ein Zitat von Albert Einstein.

Zitat von Albert Einstein:

„Wenn ich 1 Stunde Zeit hätte, ein Problem zu lösen,

von dem mein Leben abhängt, dann würde ich:

40 Minuten das Problem untersuchen,

15 Minuten die Untersuchung nochmals prüfen

und 5 Minuten das Problem lösen.”

 

 

Tipps zum Design to Cost (DTC):

Die Philosophie der systematischen Problemanalyse setzt der nachfolgend beschriebene Ansatz zum Design to Cost um. Er beginnt mit der systematischen Analyse der Anforderungen, beinhaltet die ganzheitliche Erarbeitung und Bewertung von Ideen und beinhaltet die interdiszipliänre Abstimmung und Freigabe des optimierten Gesamtkonzepts bis zur Ausarbeitung der Gesamtlösung.

  • Analyse der Kundenanforderungen (Bewertung der Anforderungen)
  • Analyse der bestehenden Kostenstrukturen (Ableitung der Funktionskosten)
  • Erarbeitung von Ideen zur Optimierung (Erste Ideen und Lösungsprinzipien zur Kostensenkung)
  • Ausarbeitung und Bewertung von Konzeptlösungen
  • Integration der Konzeptlösungen in das Produktportfolio (Ausarbeitung von Gesamtlösungen unter Berücksichtigung von Produktvarianten)
  • Detaillierung, Bewertung und Umsetzung

Zur Ergänzung des Design to Cost Prozesses wird der Einsatz von Target Costing empfohlen.

 

Irrtum zur Kostenrechnung

Design to Cost wird häufig als Methode zur Entwicklung der kostengünstigsten Lösung propagiert. Dabei ist unbedingt zu berücksichtigen, dass die typische Kalkulation der Herstellkosten keine verursachungsgerechte Zuordnung der so genannten Prozesskosten beinhaltet. Anders ausgedrückt: die Traditionelle Kostenrechnung weist in der Regel nicht die realen Gesamtkosten für das Unternehmen aus (mehr dazu unter Variantenkosten, Deckungsbeitragsrechnung).

 

Systematische Bewertung

Die systematische Bewertung der Lösungen bereits in der Konzeptphase ist eine wichtige Basis für ein funktionierendes Design to Cost bei komplexen Produkten. Die systematische Bewertung von Konzeptlösungen stellt die Beteiligten häufig vor große Herausforderungen, da die Datenbasis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ist.

  • Wie können Konzepte ganzheitlich bewertet werden?
  • Welche konkreten Daten können zu Grunde gelegt werden?
  • Wie sollen die Herstellkosten bewertet werden?
  • Was ist die Bezugbasis zur Bewertung?
  • Wie groß ist der Fehler bei der Bewertung?

Gemeinsam mit der MAN Truck & Bus AG hat Innovation & Results eine Methode zur monetären Bewertung von technischen Lösungen in der Konzeptphase entwickelt (siehe Projektbeispiel zu Design to Cost).

Design to Cost

Design to Cost: Produkte kostengünstig konstruieren