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Deckungsbeitrag

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz, Gesamtumsatz) und den variablen Kosten. Der Deckungsbeitrag  steht zur Deckung der  fixen Kosten (Fixkosten) zur Verfügung.

 

Variable Kosten

Variable Kosten sind die Kosten, die direkt von der Stückzahl oder der Gesamtmenge abhängen. Bei einem produzierenden Unternehmen sind das zum Beispiel Materialkosten oder Energiekosten für die Maschinen. Je mehr Produkte produziert werden, desto mehr Material muss eingekauft werden und desto mehr Strom benötigt die Maschine. Sie werden deshalb auch Produktkosten genannt.

Fixe Kosten

Fixe Kosten sind über einen bestimmten Zeitraum konstant. Sie hängen nicht direkt von der Stückzahl oder der Gesamtmenge ab. Bei einem produzierenden Unternehmen sind das zum Beispiel Abschreibungskosten für Maschinen oder Mietkosten für Gebäude. Sie ändern sich nicht, wenn mehr oder weniger produziert wird. Sie werden deshalb auch Strukturkosten genannt.
Erst wenn eine Maschine voll ausgelastet ist und eine zweite Maschine angeschafft werden soll, ändern sich die Abschreibungskosten für die Maschinen. Dann hat das Unternehmen höhere Fixkosten.

 

Formel absoluter Deckungsbeitrag

Der absolute Deckungsbeitrag  oder Gesamtdeckungsbeitrag ist die Gesamtsumme der erzielten Deckungsbeiträge über eine festgelegte Zeitdauer. Die Formel für den absoluten Deckungsbeitrag lautet:

DB = Erlös – variable Kosten

Deckungsbeitrag: DB
(Gesamtdeckungsbeitrag)

 

Formel relativer Deckungsbeitrag

Der relative Deckungsbeitrag  bezieht sich auf den Verbrauch von einem Engpass, der zur Generierung des Deckungsbeitrags benötigt wird. Der Engpass bei der Produktion von Metallteilen ist zum Beispiel eine Fräsmaschine. Der Engpassverbrauch ist damit die Maschinenzeit für die Herstellung. Der relative Deckungsbeitrag ist der Deckungsbeitrag pro Stück bezogen auf die benötigte Maschinenzeit pro Stück (Engpassverbrauch).

Dr =  db / Engpassverbrauch pro Stück

relativer Deckungsbeitrag: Dr

Stückdeckungsbeitrag: db
(Deckungsbeitrag pro Stück)

 

Formel Stückdeckungsbeitrag

db = Erlös pro Produkt – variable Kosten pro Produkt

Deckungsbeitrag pro Produkt: db

Der Deckungsbeitrag pro Produkt (db) wird auch Stückdeckungsbeitrag oder Deckungsspanne genannt.

 

 

Anwendungen

Der Deckungsbeitrag findet Anwendung bei der Deckungsbeitragsrechnung oder bei der Break-Even-Analyse. Die Deckungsbeitragsrechnung wird im nächsten Abschnitt erläutert.

Die Break-Even-Analyse gibt Aufschluss darüber, ab welcher verkauften Stückzahl (Absatzmenge)  Gewinne erwirtschaftet werden. Diese Stückzahl nennt man auch Break-Even-Point oder Gewinnschwelle. Jedes zusätzliche verkaufte Produkt erhöht den Unternehmensgewinn. Jedes weniger verkaufte Produkt erhöht die Unternehmensverluste. Voraussetzung für diese einfache Betrachtung ist, dass sich der Verkaufspreis und die Fixkosten mit der Stückzahl nicht ändern.

Die Deckungsbeitragsrechnung hat ihren Ursprung in den dreißiger Jahren. In den USA entwickelte sich die Erkenntnis, dass der Unternehmensgewinn von der Produktionsmenge abhängt. Grund dafür ist der Fixkostenanteil.

Wenn es gelingt mit gleich bleibendem Fixkostenanteil eine größere Menge zu produzieren und zu verkaufen, steigt der Unternehmensgewinn.

 

Beispiel einstufige Deckungsbeitragsrechnung

Die Deckungsbeitragsrechnung ist ein Verfahren zur Berechnung des Gewinns  eines Unternehmens. Die Tabelle1 auf der rechten Seite zeigt ein Beispiel für eine einstufige oder einfache Deckungsbeitragsrechnung (Direct Costing).

Dabei werden zunächst die Umsätze pro Produkt aufsummiert.  Anschließend werden variable Kosten und Deckungsbeitrag pro Produkt gegenüber gestellt. Der Gewinn ist die Differenz aus dem Gesamtdeckungsbeitrag und den fixen Kosten. In dem Beispiel beträgt der Gewinn: 36.000 €, also 6 % vom Umsatzerlös.

 

Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung wird der Fixkostenblock weiter untergliedert und die Kosten den verursachenden Unternehmensbereichen zugerechnet.

 

Entscheidungsgrundlage und Erkenntnisse

Häufig entscheiden sich Unternehmen für die Produktion eines Produktes, wenn der Deckungsbeitrag positiv ist. In dem Beispiel in der Tabelle1 „Einstufige Deckungsbeitragsrechnung“ beträgt der Deckungsbeitrag für Produkt1   36.000 €, für Produkt2 80.000 € und für Produkt3   130.000 €. Alle Produkte erwirtschaften einen positiven Deckungsbeitrag. Der gesamte Deckungsbeitrag in Höhe von 246.000 € übersteigt die Fixkosten in Höhe von 210.000 € um 36.000 €. Der Unternehmensgewinn beträgt also 36.000 €.

Darüber hinaus ist es nicht empfehlenswert nur auf den Deckungsbeitrag eines Produktes zu schielen. So ist es durchaus möglich, dass ein Produkt zum Verlust beiträgt, obwohl der Deckungsbeitrag positiv ist. Dieser Zusammenhang ist im Abschnitt Fazit und Grenzen beschrieben.

Vielmehr sollte die Produktentscheidung auch auf andere Faktoren bezogen werden. So zum Beispiel auf den Engpassfaktor Maschinenzeit. Wird zur Herstellung der Produkte eine teure Maschine benötigt, so ist diese Maschine ein Engpass bei der Produktion. Deshalb ist es beispielweise interessant, wie viel Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde erwirtschaftet werden kann. Es sollte angestrebt möglichst viele Produkte herzustellen, die einen hohen Deckungsbeitrag pro Engpassfaktor erwirtschaften. In diesem Fall also ein möglichst hoher Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde.

 

Fazit und Grenzen

Bei der klassischen Deckungsbeitragsrechnung werden die Fixkosten typischerweise nicht auf die einzelnen Produkte oder Produktgruppen umgerechnet. Es wird davon ausgegangen, dass die Fixkosten sich auf alle Produkte gleich verteilen.

Sobald ein Produkt einen deutlich höheren Fixkostenanteil aufweist als ein anderes Produkt, liefert die Deckungsbeitragsrechnung ein verzerrtes Bild. Die realen Gewinnanteile der einzelnen Produkte stehen dann nicht im Verhältnis zu den Deckungsbeiträgen. Dieser Sachverhalt in Tabelle2 „Fehler bei der Deckungsbeitragsrechnung“ dargestellt. In dem konkreten Beispiel weisen alle Produkte einen positiven Deckunsgbeitrag aus. Nach Abzug der anteiligen Fixkosten erwirtschaftet Produkt1 allerdings einen Verlust. Es schmälert den Unternehmensgewinn.

Diesen Zusammenhang zeigt die traditionelle Deckungsbeitragsrechnung nicht auf. Das liegt daran, dass die Fixkosten nicht verursachungsgerecht den Produkten zugeordnet werden.  Hier sind die Grenzen der Deckungsbeitragsrechnung erreicht.

 

Empfehlung

Es ist dringend zu empfehlen, die Fixkosten auf einzelne Produktgruppen herunter zu brechen. Wenn die  direkte Zuordnung nicht möglich ist oder sehr aufwendig erscheint, sollte eine qualifizierte Abschätzung vorgenommen werden. Zur konkreten Vorgehensweise senden wir Ihnen gerne nähere Informationen und Tipps zu.

Das ist die meiner Meinung nach die sinnvollste Möglichkeit Transparenz über die Kosten zu erzeugen. Schließlich sind die kalkulierten Gewinne eine wichtige Basis für strategische Unternehmensentscheidungen.

Weitergehende Informationen zu dem Themenfeld Kostentransparenz erhalten Sie unter dem Stichwort „Deckungsbeitrag und Variantenkosten“>>.

 

Literatur und Quellen

  • Lexikon der Betriebswirtschaft, Beck Wirtschaftsberater im dtv, Prof. Dr. Otmar Schneck
  • Deckungsbeitragsrechnung, Haufe TaschenGuide, Roman Macha
Deckungsbeitrag
Tabelle1: DeckungsbeitragsrechnungDeckungsbeitragTabelle2: Grenzen der Deckungsbeitragsrechnung

Kostenloser Download:
Excel Tabelle zweistufige Deckungsbeitragsrechnung

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Excel Tabelle Deckungsbeitragsrechnung