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Baukasten

Ein Baukasten definiert die Aufteilung von Produkten oder Produktteilen in einzelne gleichartige Umfänge. Ziel des Baukastens ist es, unterschiedliche Produktvarianten aus möglichst wenigen, standardisierten Teilen oder Baugruppen, den sogenannten Modulen, zusammensetzen zu können. Intelligent strukturierte, modulare Produktbaukästen ermöglichen es, differenzierte Kundenwünsche mit geringem Aufwand zu erfüllen.

Im Automobilbau sind Plattformen die Vorgänger von Baukastenlösungen (Baukasten). Ein Baukasten ist wesentlich feiner unterteilt als eine Plattform. Der Baukasten besteht aus einzelnen Modulen, die untereinander kombinierbar sind. Beim Automobil besteht der Baukasten beispielsweise aus  Motoren, Achsen, Navigationssystem. Klimaanlagen oder Steuergeräten. Die einzelnen  Module sind in der Regel weiter in Submodule unterteilt, wie beispielweise Motorblock, Turbolader oder Kraftstoffeinspritzung.

Darüber hinaus unterscheiden sich beim Baukasten die Art der Module. Je nach Gestaltungsspielraum werden Module grundsätzlich in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Gleichteilumfang

  • Variierungsumfang

  • Differenzierungsumfang

Der Gleichteilumfang beinhaltet Module, die in unveränderter Form in allen Produkten und bei unterschiedlichen Marken eingesetzt werden.

Der Variierungsumfang beinhaltet Module die in genau festgelegten Grenzen variiert werden dürfen. So zum Beispiel der Hubraum und die Leistungen der Motoren, die für alle Produkte und Marken in Stufen vorgegeben werden. Andererseits kann der Variierungsumfang auch Module umfassen, die in festgelegten Grenzen frei definiert werden dürfen. So zum Beispiel der Radstand des Fahrwerks, der zwischen einer minimalen und einer maximalen Länge definiert werden darf. Der Baukasten gibt allerdings das konkrete Lösungs- und Konstruktionsprinzip des Moduls genau vor.

Die Karosserie und design-relevante Bauteile sind individuell und bestimmen das äußere Erscheinungsbild der Wagenmodelle. Hierbei handelt es sich um typische Differenzierungsumfänge. Differenzierungsumfänge dürfen zum Beispiel spezifisch für jede Marke frei gestaltet werden.

Baukastenlösungen ermöglichen Herstellern viele unterschiedliche Produktvarianten mit relativ geringem Aufwand zu produzieren und am Markt anzubieten.

Die Festlegung von Baukastenumfängen bedeutet immer eine Abwägung zwischen potenziellen Marktanteilen, Materialkosten und Komplexitätsaufwendungen. Diese extrem anspruchsvolle Aufgabe setzt voraus, dass die Zusammenhänge quantifiziert und kalkuliert werden können:

Wieviel Umsätze können mit zusätzlichen Varianten generiert werden?
Welche Komplexitätsaufwendungen entstehen durch weitere Varianten?
Welche Varianten sind rentabel?
Nur so lassen sich die erheblichen Potenziale, die Produktbaukästen bieten, systematisch ausschöpfen.

Die Festlegung und Steuerung von Plattformen oder Baukastenumfängen (Baukasten) ist eine zentrale Aufgabe beim Variantenmanagement (Projektbeispiel Baukasten)>>.

 Plattform und Baukasten

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